Antoinette Lühmann

Ideen füttern: Wie du aus einer Idee ein Buchprojekt machst

Die Idee ist da. Sie lässt dich nicht mehr los.

Vielleicht ist sie beim Spazierengehen aufgetaucht. Vielleicht mitten in der Nacht. Irgendjemand müsste dringend mal etwas zu diesem Thema schreiben – und dann denkst du: Warum eigentlich nicht ich?

Das ist ein guter Moment. Ein echter Anfang.

Und gleichzeitig ist eine Idee noch kein Buch. Sie ist ein Funke. Und Funken brauchen Luft, um zu brennen.

Auf einem Bein kann man nicht stehen

Eine Idee allein trägt dich noch nicht durch einen ganzen Schreibprozess. Was du brauchst, ist eine Struktur – oder, wenn dir das Wort zu technisch klingt: einen Boden, auf dem deine Geschichte wachsen kann.

Und den baust du, indem du die Idee fütterst.

Das klingt einfacher, als es ist. Denn viele Schreibende machen hier einen der folgenden Fehler: Sie fangen sofort an zu schreiben, ohne genug Material zu haben – und verlaufen sich nach zwanzig Seiten. Oder sie recherchieren fünf Jahre lang und fangen nie an zu schreiben.

Beides kenne ich. Beides habe ich selbst erlebt.

Was hilft, ist ein Mittelweg mit einem klaren Plan.

Schritt 1: Recherchiere – aber mit Zeitlimit

Manche füttern ihre Idee am liebsten mit Recherche. Bücher, Artikel, Interviews, Lexika. Das ist eine wunderbare Möglichkeit, denn du sammelst auf einen Schlag ein breites Wissen, aus dem du später frei schöpfen kannst. Du fühlst dich nicht wie eine Hochstaplerin. Du weißt, wovon du schreibst.

Die einzige Gefahr: Du kannst nicht aufhören. Es gibt immer noch eine weitere Quelle, einen weiteren Aspekt, eine weitere Frage.

Deshalb: Setz dir ein Zeitlimit. Entscheide, wie lange du dir erlaubst zu recherchieren. Und wenn die Zeit um ist – Schluss. Dann geht es weiter. Offene Fragen, die dabei auftauchen, notierst du auf einer Liste für eine zweite, kürzere Recherchephase später. Aber du fängst an.

Ein Tipp, der mir selbst sehr geholfen hat: Zeichne dir ein Buchcover. Nicht schön – einfach irgendwie. Häng es an deine Pinnwand. Es erinnert dich daran, dass das Lesen und Suchen ein Ziel hat. Ein fertiges Buch.

Schritt 2: Brainstorme – und lass das Chaos zu

Wenn die erste Recherchephase vorbei ist, kommt das Brainstorming. Und hier darfst du wirklich loslassen.

Eine Methode, die ich immer wieder empfehle, ist das Clustern, das oft mit dem Mind-Mapping verwechselt wird. Du schreibst dein Thema in die Mitte eines leeren Blattes und lässt dann einfach alles raus, was dir dazu einfällt. Keine Bewertung. Keine Reihenfolge. Alles darf raus – auch die seltsamen Gedanken, die scheinbar nichts damit zu tun haben.

Wenn du nicht weiterkommst: Nimm den Stift und umkreise eines der Wörter, die schon da stehen. Immer wieder. Das hilft dem Gehirn, sich zu konzentrieren – und plötzlich kommt das nächste Wort.

Das Brainstorming gibt dir etwas Wichtiges: einen Überblick. Du siehst, was du schon weißt. Du siehst, was dich wirklich interessiert. Und du siehst, welche Teile noch fehlen.

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Clustern – schnell und anschaulich erklärt!

Schritt 3: Sortiere – und dann schreib

Jetzt hast du Material. Vielleicht mehr, als du erwartet hast.

Wenn du eher eine Bauchschreiberin bist, kannst du deine Notizen jetzt in eine Schublade legen und einfach anfangen. Das Gesammelte bleibt im Hinterkopf. Und wenn du mal nicht weiterweißt, öffnest du die Schublade und lässt dich von deinen Vorbereitungen überraschen.

Wenn du eher strukturiert denkst, nimmst du dir dein Material jetzt vor und baust daraus ein Gerüst. Einen groben Plan. Nicht perfekt – aber genug, um zu wissen, wo du hinwillst.

Und dann: schreiben.

Nicht perfekt. Einfach anfangen.

Die wichtigste Zutat

Über all das, Recherche, Brainstorming, Sortieren, steht eine Erkenntnis, die mir selbst viele Jahre gekostet hat zu verinnerlichen:

Du musst irgendwann loslegen.

Das Schreiben ist noch genau so schwer wie eh und je. Kein Recherche-Berg und kein noch so ausgefeiltes Mind-Map schreibt das Buch für dich. Du musst dich hinsetzen und es schreiben.

Aber du bist dann nicht mehr allein mit einem leeren Blatt. Du hast Boden unter den Füßen. Und das macht den Unterschied.


Wenn du Unterstützung dabei brauchst, deine Idee endlich in Worte zu verwandeln, begleite ich dich in Leinen los durch genau diesen Prozess – in sieben Tagen, Schritt für Schritt, ohne Druck.

10 Gebote des Schreibens

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