Ich checke meine E-Mails ungefähr alle zwei Stunden. Zwischen Terminen, zwischen Aufgaben, auf dem Weg irgendwo hin. Auf die meisten antworte ich sofort. Nicht weil ich muss – sondern weil mir das lieber ist als Nachrichten stundenlang aufzuschieben.
Auf Instagram bin ich vielleicht einmal am Tag. Manchmal zweimal. Mehr nicht.
Im Newsletter ist das anders. Wenn jemand antwortet – und das tun sie, immer wieder – dann ist es oft etwas Persönliches. Jemand, der schreibt, dass eine Geschichte sie die ganze Nacht beschäftigt hat. Jemand, der eine Frage zu einem Kurs stellt und zehn Minuten später meine Antwort bekommt. Und manchmal trägt sich jemand aus – weil meine Stimme einfach nicht die richtige für sie ist.
Das ist auch ok.
Das ist der Kern eines Newsletters: echte Verbindung. In beide Richtungen.
Wenn du als Kinderbuchautorin noch keinen Newsletter hast, möchte ich dir heute ein paar ehrliche Gründe geben, warum es sich lohnt, darüber nachzudenken.
1. Du bist unabhängig von Algorithmen
Soziale Netzwerke sind schön – und unberechenbar. Ein Beitrag, den du heute veröffentlichst, kann morgen kaum jemanden erreichen. Der Algorithmus entscheidet, nicht du.
Ein Newsletter landet direkt im Postfach. Du entscheidest, wann. Und mit welchen Worten. Kein Feed, der sich verschiebt. Kein Timing, das plötzlich nicht mehr stimmt.
2. Du erreichst die Menschen, die wirklich kaufen
Kinderbücher werden selten von Kindern selbst gekauft. Es sind Eltern, Großeltern, Erzieher:innen, Lehrerinnen – genau diese Menschen lesen Newsletter und reagieren darauf.
Social Media ist schnelllebig. Eine E-Mail liest man dann, wenn man Zeit hat. Und wer sich für deinen Newsletter angemeldet hat, hat sich bewusst entschieden: Ich möchte von dir hören.
3. Du baust echte Verbindung auf
Ein Newsletter ist keine Einbahnstraße. Menschen antworten. Sie stellen Fragen. Sie schreiben, wenn eine Geschichte sie bewegt hat.
Das passiert auf Instagram selten – im E-Mail-Postfach öfter, als man denkt.
Und die, die auf deine Stimme keine Lust haben? Die tragen sich wieder aus. Das klingt erst nach Verlust – ist aber eigentlich ein Geschenk. Du weißt, wer wirklich zuhört.
4. Du kannst Neuerscheinungen persönlich ankündigen
Monatelange Arbeit steckt in deinem Buch. Und dann sollen es auch alle wissen, wenn es das Licht der Welt erblickt.
Mit einem Newsletter informierst du deine Abonnent:innen zuerst – mit Previews, exklusiven Einblicken, vielleicht einer kleinen Leseprobe. Das ist direkter und persönlicher als jede Social-Media-Ankündigung. Und deine Leser:innen fühlen sich wie Insider; als könnten sie deine Vorfreude hautnah miterleben und dir ein bisschen über die Schulter blicken. Das ist ein schönes Gefühl – für alle.
5. Du schreibst persönlicher – und bekommst persönlicheres Feedback
Das ist der Unterschied, den ich am meisten schätze. In einem Newsletter darf ich schreiben, wie ich wirklich schreibe und rede. Kein Algorithmus, der mich in Richtung Trends schiebt. Kein Druck, das perfekte Bild dazu zu finden. Nicht ein Text, der irgendwie in die Welt geschickt wird, sondern ein Brief an einen Kreis mit interessierten, lieben Menschen.
Nur ein Text. Und eine Antwort.
Umso persönlicher du schreibst, umso echter wird sich die Verbindung zu deinen Leser:innen anfühlen.
Damit meine ich nicht „privat“. Ich teile weder meine Essgewohnheiten noch Details über die Entwicklung meiner Kinder. Aber ich bin immer authentisch und persönlich. Und ich zeige mich dadurch viel verletzlicher und nahbarer als auf Social Media, das immer noch eher nach Hochglanz schreit und auch böse, abwertende Kommentare zulässt.
Im Newsletter kann ich in einem geschützten Rahmen Sichtbarkeit und Marketing üben, was mir sonst unfassbar schwer fällt. Wem das nicht gefällt, der trägt sich aus der Liste einfach wieder aus. Fertig.
Wenn du noch keinen Newsletter hast – fang heute an. Eine Handvoll Menschen, ein ehrlicher Text, das ist alles, was es braucht.
Ich schreibe übrigens mindestens 90 % meiner Newsletter, wenn ich mit meinem Hund mittags spazieren gehe. Da kommt mir dann der Gedanke „Das könnte ich mal erzählen….“ und dann diktiere ich das in mein Handy. Am Wochenende muss ich das dann nur noch überarbeiten. Hier im Norden ist einfach immer Wind und da versteht mich mein Handy nicht so gut und ergänzt manchmal die seltsamsten Wörter 😉



